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Exit: Wohlstand ohne Wachstum

von admin

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3 Kommentare

flu 4. März 2012 - 11:45
45 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Fundierte Kritik an der Wachstumsideologie mit vielen blinden Flecken, 10. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Exit: Wohlstand ohne Wachstum (Gebundene Ausgabe)

Meinhard Miegel zieht eine pessimistische Bilanz des Zustands der Gesellschaft. Wachstum und Wohlstand, die Paradigmen unserer sozialen Marktwirtschaft, werden einer ausführlichen und kritischen Prüfung unterzogen. Er kommt zu dem Schluß, dass unser Wohlstand weit niedriger zu bewerten ist als gemein hin angenommen und dies gerade wegen unserer Fixiertheit auf das ewige Wachstum. Das Wachstum hat durch die nicht mehr umkehrbare Zerstörung sämtlicher Arten von Ressourcen inzwischen einen negativen Einfluß auf unseren Wohlstand. Die Folgen führen unseren Staat geradewegs in den finanziellen Notstand. Meinhard Miegel rechnet mit dem unmittelbar bevorstehenden Crash unserer Umverteilungssysteme.

Nur durch eine Rückbesinnung auf Werte wie Handeln nach ethisches Grundsätzen, Übernahme von Verantwortung als Privatperson und zukünftig auch wieder als Familienverband kann der Verfall des Wohlstandes zwar nicht mehr umgekehrt aber doch zumindest gemildert werden. Der Verzicht aller Beteiligten auf sicher geglaubte Pfründe ist dabei unumgänglich.

So weit so gut und nachzulesen in vielen begeisterten Rezensionen hier bei Amazon. Warum aber nur drei Sterne? Das Buch macht keine gute Laune, was aber weniger am stark pessimistischen Grundtenor liegt, als vielmehr daran, dass zu viele wichtige Aspekte einfach ausgeblendet werden:

Der Sozialstaat wird in erster Linie als Kostenfaktor betrachtet, der jeden Bürger im Durchschnitt 9.000 Euro im Jahr kostet (S.201). Punkt. Kaum ein Wort davon, was mit diesem „Sozialaufwand“ eigentlich gemeint ist. Kein Wort davon, dass zum Sozialstaat auch beispielsweise der medizinische Fortschritt gehört, der die Lebenserwartung mehr als verdoppelt hat und Krankheiten wie selbst Krebs sogar immer besser heilbar macht. Kein differenzierter Blick auf das Gesundheitssystem in dem es neben den Patienten auch Profiteure wie die Pharmaindustrie, einige wenige Ärzte oder die kassenärztlichen Vereinigungen gibt. Kein Wort darüber, was hier mehr Effizienz und eine Neuausrichtung auf den Nutzen für die Menschen als Patienten (und nicht nur als Gewerbetreibende) für Wohlstand und Wachstum erzeugen könnte.

Kein Wort über das Wachstum bei regenerativen Energien, welches durch höhere Energiekosten sicher nicht gebremst werden wird. Kein Wort über neue Werkstoffe, über neue Technologien, die die klassische Ressourcenabhängigkeit immer weiter entspannen werden. Keine posiven Aspekte beim Wachstum, die es aber zweifelsohne gibt.

Es ist keine zwingende Eigenschaft des Wachstums, dass es sich irgendwann in ein Wuchern verwandeln und schließlich in der Katastrophe enden muss. Wachstum kann sich positiv wandeln. Zum Problem wird Wachstum insbesondere dann, wenn es zu den Zwecken einiger weniger und zum Nachteil der Mehrheit betreiben wird. Das Gesundheitssytem als Teil des Sozialstaats ist ein exzellentes Beispiel dafür. Ein weiteres Beispiel ist die Globalisierung. Während der freie Handel in Europa den EU-Mitgliedern überwiegend nutzt, führt ein freier Welthandel in Afrika zu Terrorregimen, Ausbeutung und Unterdrückung. In einem Fall wird ein Wachstum im Interesse aller gefördert, im anderen die Katastrophe durch die gnadenlose Ausbeutung für die Interessen einiger weniger Individuen betrieben.

Noch so ein blinder Fleck: Meinhard Miegel nimmt die Wohlhabenden aus der Schusslinie. Wenn man ihr Vermögen auf die gesamte Weltbevölkerung aufteile, bleibe ein verschwindender Betrag für jeden einzelnen. Außerdem zeige die Krise gerade, dass das Eigentum der Wohlhabenden sinke. Folglich sei Reichtum kein Problem. Hier begeht er einen schweren volkswirtschaftlichen Denkfehler, denn die Guthaben der einen sind auch immer die Verpflichtungen der anderen. So funktionieren weltweit die Geldsysteme nun mal. Die Schulden hält Meinhard Miegel sehr wohl für ein Problem und zwar zurecht, noch dazu werden sie in der Krise nicht weniger.

Die Staatsschulden sind dabei noch nicht mal das Schlimmste, denn die Unternehmen in Deutschland sind mehr als doppelt so hoch verschuldet wie die öffentliche Hand. Die Zinsen zahlt der Privathaushalt. Seine eigenen sowieso, die des Staates über die Steuern und die der Unternehmen über die Verbraucherpreise, denn den Unternehmen bleibt nichts anderes übrig, als die Zinsenverpflichtungen in die Produktpreise mit einfließen zu lassen. Auch hier kann man einen Durchschnitt berechnen, den jeder Deutsche jedes Jahr an Zinsen zahlt: 9.500 Euro (Quelle: Helmut-Creutz.de). Das ist sogar mehr als uns der Sozialstaat nach der Logik von Meinhard Miegel kostet.

Natürlich bekommt der Privathaushalt auch Zinszahlungen für seine Ersparnisse und zwar hier ebenfalls: 9.500 Euro…

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Andre M. 4. März 2012 - 11:59
119 von 143 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Neoliberalismus pur!, 17. Mai 2010
Von 

Rezension bezieht sich auf: Exit: Wohlstand ohne Wachstum (Gebundene Ausgabe)

Ich kann die durchweg positiven Bewertungen der anderen Rezensenten nur bedingt nachvollziehen. Die Kritiklosigkeit mit der dieses Werk bedacht wird, weckt beinahe schon den Verdacht, dass hier Freunde der FAZ oder der Springer WELT ein „objektives“ Urteil abgaben.
Zunächst zum Positiven: das Buch liest sich gut und flüssig – die erste Hälfte des Buches würde ich sogar mit 4 Sternen bewerten. Hr. Miegel fasst schlüssig und kompakt zusammen, dass Wachstum inzwischen den Status einer Ideologie bekommen hat … ja, es hat inzwischen im Kapitalismus (dieses „Unwort“ vermeidet der Autor fast durchweg – er spricht hier vom „Westen“ oder von den „frühindustrialisierten Ländern“) Züge des „Metaphysisch-Religiösen“ angenommen und bedarf als solche keiner rationalen Begründungen mehr.
Brilliant arbeitet der Autor heraus, dass es sich lohne, „der Frage nachzugehen, warum die Völker der frühindustrialisierten und zunehmend weiterer Länder so konseqent auf massenhaften Konsum ausgerichtet sind, selbst, wenn sie dadurch ihre Lebensgrundlagen beeinträchtigen oder sogar zerstören.“
Im weiteren Verlauf des Buches, je mehr man gespannt auf den Punkt wartet, in dem der Autor eine Lösung aus dem Dilemma andeutet, wird allmählich klar, in welche Richtung dieses Buch gedacht ist:
„Künftig werden sich Eltern ihrem Nachwuchs auch dann fürsorglich zuwenden müssen, wenn Eltern- und Erziehungsgeld gekürzt werden; die gute Versorgung Pflegebedürftiger muss auch bei geringerem Pflegegeld gewährleistet bleiben; Erzieherinnen müssen die ihnen anvertrauten Kinder, Ärzte ihre Patienten auch ohne Einkommenserhöhungen optimal betreuen.“
Andererseits:
„Anders ist die Lage eines Managers, der für eine Weile ein vorhandenes Unternehmen mehr oder minder erfolgreich führt. Diese Aufgabe ist anspruchsvoll und muss angemessen honoriert werden.“ …
Er verteilt Seitenhiebe auf das bedingungslose Grundeinkommen ebenso pauschal und unseriös (ja, „ideologisch“ – obwohl er eingangs des Buches genau dieser Ideologie abzuschwören scheint) wie auf die gerechtere Umverteilung, wie es in Deutschland derzeit nur von den Linken angemahnt wird.
Es geht ihm darum – und darüber gibt es zum Ende des Buches keinerlei Zweifel mehr – dass die Arbeitenden mehr arbeiten und weniger dafür verlangen: mehrere Jobs sollen normal werden, das Arbeiten über das Alter von 67 Jahren ebenfalls …
Während er auf der einen Seite gut erkennt, dass es andere Dinge sind, die die Menschen glücklich machen, als materieller Wohlstand und dabei auch die Schlüsselrolle der Bildung hervorhebt, schreibt er doch im gleichen Atemzug: „Gebildete sind doppelt reich. Nicht nur fällt es ihnen dank ihrer Bildung oft leichter als ungebildeten materielle Güter zu erwerben. Zusätzlich haben sie immaterielle Wohlstandsquellen, die ihrem Leben Sinn und Inhalt geben.“ Im gleichen Sinne sind die Ungebildeten natürlich doppelt arm. D.h. die „materiellen Güter“ spielen für den Autor nach wie vor die tragende Rolle – und sind anstrebenswert. Eine grundlegende Wende im Wertesystem, wie sie die erste Hälfte des Buches zwingend nahelegt und weswegen ich mir das Buch überhaupt gekauft habe, kann ich nirgendwo erkennen – im Gegenteil: Es kann für ihn nicht angehen, dass, wie seiner Meinung nach derzeit in Deutschland praktiziert, immer mehr verarmende „Leistungsträger“ den ihnen zustehenden Wohlstand den „Sozialschnorrern“ in ihre sozialen Hängematten werfen … Es ist teilweise ekelerregend die zweite Hälfte des Buches zu lesen.

Zusammenfassend muss ich sagen, so gut wie das Buch begann, so wütend hat es mich am Ende gemacht. Da der Autor auch Sprecher des neoliberalen Bürgerkonvents ist, betrachte ich das Buch nicht als „Ausrutscher“ oder als unzureichend durchdacht, sondern ganz klar als ein Propaganda-Buch der Neoliberalen, wie es perfider kaum geschrieben werden kann.
Daher nur einen Stern von mir (Minuspunkte gibt es ja leider nicht).

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Stoa Michael 4. März 2012 - 12:35
63 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bemerkenswert, 8. März 2010
Von 

Rezension bezieht sich auf: Exit: Wohlstand ohne Wachstum (Gebundene Ausgabe)

Für mich ein außergewöhnliches Buch. Kaum eine Facette der In-Einflussnahme auf jede erdenkbare Lebenslage die hier nicht beleuchtet wurde. Zudem erschließt sich dem Leser eine Klarheit der Problematik, die zwar jedem irgendwie bewusst ist, deren Bedeutung und Tragweite unterschätzt und vor allem nicht öffentlich, in der notwendigen Deutlichkeit diskutiert wird.

Es wäre ein Gebot der Stunde, dass Politiker aller Couleur endlich die Wahrheit ins Volk bringen und nicht blanke Polemik und Verschleierungstaktik zugunsten der eigenen Partei betreiben.

Herr Miegel stärkt mich durch die in diesem Buch behandelter Themen in der Hoffnung, dass sich erst durch Änderung unseres Wertesystems, ein grundlegender Wechsel möglich werden wird. Ich schreibe „wird“, da es keine Option zu der Entwicklung gibt, sie wird schlicht und ergreifend eintreten. Somit also kein Grund sämtliche Erscheinungen rund um das Thema Wirtschaftskrise rein negativ zu belegen.
Dieses Buch verstehe ich zunächst als Kritik am Wertesystem der Gesellschaft und danach als Kritik an der betriebenen Politik des Verschweigens. In diesem Rahmen bleibt zu erwähnen, dass nach Ende des zweiten Weltkriegs für Deutschland/Österreich eine neue Kultur gefunden werden musste, die Maximierung des Wohlstands zu Gunsten des wirtschaftlichen Wachstums und zu Lasten des menschlichen Wertesystems – sie viel auf fruchtbaren Boden.
Grundlegende oder bedeutungsvolle Aussagen werden meist im großen, keinesfalls zu kurz geratenen Anhang durch Quellenangaben o.ä. belegt.

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