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Wie viele Tage der Woche müssen verstreichen, bevor Dir wieder der quälende Gedanke kommt: „Ach könnt ich doch nur raus aus dem Hamsterrad meines Jobs“? Drei oder vier Tage? Kommt der Gedanke erst am Freitag oder schon am Montagmorgen beim Stempeln der Arbeitszeit am Firmen-Eingang?

Raus aus dem Hamsterrad
Raus aus dem Hamsterrad

Die gute Nachricht zuerst: Es ist absolut möglich, als Arbeitnehmer schrittweise aus dem Hamsterrad eines ungeliebten Jobs auszusteigen. Du musst nur kündigen und einen anderen Job suchen. Die Chancen waren auf dem Arbeitsmarkt noch nie so gut wie heute.

Genauso wie Du dir einen neuen Job als Angestellter suchst, kannst Du es auch mit einer nebenberuflichen Selbstständigkeit schaffen und dich nebenberuflich selbstständig machen. Dabei erstellst Du dir nebenbei Schritt für Schritt dein eigenes Business. Wie Du das machst, erkläre ich dir jetzt.

Bevor ich loslege – ein paar Worte über mich: Mein Name ist Matthias Böhmichen, ich bin seit mehr als 10 Jahren Unternehmer und bin Arbeitgeber von aktuell 35 Mitarbeitern. Ich habe mehrere Geschäftsideen ins Leben gerufen – einige waren erfolgreich, andere nicht. Ich schreibe über meine Erkenntnisse und Fehler hier im Blog.

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Zurück zur Frage wie Du aus dem Hamsterrad deines bisherigen Jobs aussteigst:

Schritt 1 – Deine Motivation dich selbstständig zu machen

Bevor Du startest und dich nebenberuflich selbstständig machst, solltest Du unbedingt deinen eigenen „Antrieb“ testen. Jeder Mensch hat eine intrinsische Motivation – etwas was ihn „antreibt“. Die musst Du herausfinden.

Was treibt dich an? Was hält dich abends wach und warum? Je besser du dich kennst, desto eher wirst Du auch deinen idealen Job bzw. eine sinnhafte Aufgabe für dich finden.

Lese-Tip: Mit einem Ankertest oder einem Reiss-Profil kannst Du so deine Motivation mit wenig Aufwand und etwas externer Hilfe gut ermitteln.

Schritt 2 – dein persönliches Umfeld

Aus eigener Erfahrung empfehle ich dir, ganz am Anfang deine Familie und andere Menschen die dir sehr wichtig sind, ins Vertrauen ziehst.

Wie steht dein Partner/Partnerin, deine Familienmitglieder zu deiner Idee? Werden Sie dich später aktiv unterstützen? Sind sie eher neutral oder gar gegen dein Vorhaben?

Was sagt deine Familie dazu?
Was sagt deine Familie dazu?

Um das recht klar zu machen: Es geht nicht darum, ob dein Umfeld an deine Geschäftsidee glaubt. Hier willst Du herausfinden, was etwa deine Frau davon hält, wenn Du als bisheriger Familienernährer und Lieferant des Haushaltseinkommens mal eben so etwas anderes machen möchtest. Verstehst Du jetzt was ich meine? O.k.

Vor allem für Alleinverdiener, Familienväter und generell für Menschen die sich schon an einen bestimmten Lebensstandard gewöhnt haben, ist daher die Selbstständigkeit im Nebenberuf eine prima Alternative um sich schrittweise selbstständig zu machen.

Schritt 3 – Nebenberuflich Selbstständig – Deine Geschäftsidee

Jetzt kommst Du ins Spiel: Womit möchtest Du später einmal Geld verdienen wenn Du dich nebenberuflich selbstständig machst? Wie sieht dein Angebot aus? Mit welchem Thema gehst Du an den Start?

Idealerweise musst Du jetzt nicht lange nachdenken und hast direkt zwei oder drei Geschäftsideen. Ob die wirklich funktionieren und ob du damit wirklich (viel) Geld verdienen kannst, ist erst einmal nicht so wichtig.

Die zündende Idee für dein Business
Die zündende Idee für dein Business

Warum? Nun, die meisten Unternehmer sind selbstständig weil Sie ein bestimmtes, persönliches Ziel verfolgen. Das hat in aller Regel mit Sinn, Selbstbestimmung und manchmal mit ein wenig Freiheit zu. tun. Wenn Du magst, dann schau dir mal die Videos von langjährigen Selbstständigen an, die ich hier für den Unternehmer-Blog gedreht habe.

Du schreibst nun also deine 3 bis 5 besten Geschäftsideen auf. Wenn Du schon eine Weile darüber nachdenkst, dann hast Du wahrscheinlich auch schon (d)einen Favoriten. Stimmt`s?
Wenn nicht: Hier sind ein paar Inspirationen, wie Du dich nebenberuflich selbständig machen kannst und damit raus aus dem Hamsterrad kommst:

  • Schreib ein (gedrucktes) Buch. Wenn Du genügend Erfahrung in deinem Beruf hast – dann setz dich jeden Abend 1 Stunde hin und schreib dein Know-How auf. Drucken kannst Du das im Eigenverlag.
  • Verfass ein eBook und verkaufe es auf Amazon.
  • Werde Blogger und schreib über dein Lieblingsthema – allerdings musst Du irgendetwas digitales oder haptisches verkaufen. Sonst ist die Wahrscheinlichkeit bei 100% dass Du nach einiger Zeit frustriert aufgibst.
  • Betreibe eine Nischen-Seite / Branchenseite zu einem Thema das dich inspiriert (es sollte allerdings Massen-tauglich sein). Schau vorher nach, ob das Thema das Potential hat, daß täglich mehr als 10.000 Besucher auf die Seite kommen. Falls ja -> Fang an.
  • Werde Youtuber – wenn Du keine Angst vor der Kamera hast und eher witzig drauf bist … leg los.
  • Mach dich in deinem jetzigen Beruf selbstständig. Mach den Meister und gründe einen Handwerksbetrieb. Die Zeiten knapper Arbeitskräfte sind vor allem zuverlässige Handwerker gefragt. Wenn Du so einer bist …
  • Mach dich als Trainer, Berater oder Coach mit deinem Wissen nebenbei selbständig.
  • Vor allem wenn deine Dienstleistung beim Kunden nicht eilig ist, dann eignet sich eine Teilzeit-Selbstständigkeit hervorragend, z.B. als Fotograf oder als Programmierer/Coder/Software-Entwickler oder Designer.
  • Auf diversen Plattformen für Selbstständige kannst Du als freier Texter arbeiten.
  • Wenn Du Wissen hast, dass man online unterrichten kann, dann erstelle einen Kurs bei Udemy oder Teachable und denk dir einen Verkaufspreis aus. So einfach kann das sein.

O.k. das sollte als Inspiration reichen, oder? Gut, dann kommen wir zum Wesentlichen:

Schritt 4 – dein Ziel in der nebenberuflichen Selbstständigkeit

Setz dir bitte gleich zu Anfang ein „smartes“ Ziel. SMART bedeutet hier spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Mit spezifisch (im Sinne von genau), attraktiv und messbar wirst Du vermutlich kein Problem haben. Das haben die wenigsten Gründer.

Was ist dein Ziel?
Was ist dein Ziel?

Beim Aspekt „terminiert“ – also der Frage bis wann etwas passiert bzw. eintritt – drücken wir gleich ein Auge zu. Es dauert im Business und in Projekten sowieso alles etwas länger – u.a. deshalb weil du dein Business nebenberuflich betreiben wirst. Zumindest am Anfang

Für viel wichtiger halte ich die Frage, was du für realistisch hältst. Hier haben viele Gründer kein wirklich „gutes Gefühl“. Vielleicht hilft dir folgender Gedanke:

Was musst Du tun, damit du nebenbei jeden Tag 100 € verdienen kannst. Oder 3.000 € im Monat. Angenommen das wäre nicht nur Umsatz sondern dein Rohertrag, dann könnte (rein statistisch) schon jeder zweite davon leben. Egal ob für dich nun hier 50€ am Tag oder 5000 € im Monat stehen. Setz dir hier eine Zahl, für die du etwas tun musst. Von nix kommt nix.

Businessplan? Noch nicht!
Businessplan? Noch nicht!

Wenn Du nun also über dein zukünftiges Business nachgedacht hast, dann weißt du nun womit (Geschäftsmodell) du Geld verdienen möchtest. Ebenfalls geklärt ist die Frage wieviel es sein soll.

Typischerweise kommt nun der Business-Plan. In dem schreibst Du alle Annahmen auf, erstellst ein Mega-Excel und rechnest eine halbe Ewigkeit.

Mein Tipp: Fang erst gar nicht an damit. Die meisten Business-Pläne sind die Zeit nicht wert. Es kommt sowieso meistens anders. Sofern du nicht vorhast, externe Kapitalgeber ins Boot zu nehmen (wovon ich dir im Moment abrate), dann kannst Du auf einen umfangreichen Business-Plan jetzt noch getrost verzichten.

Viel wichtiger ist folgendes:

Schritt 5 – Dein Alleinstellungsmerkmal

Das Thema ist anstrengend – ich weiß das. Aber es hilft nichts: Du musst die Frage beantworten was dein USP (Unique Selling Proposition , zu Deutsch: Alleinstellungsmerkmal) ist. Dabei ist es vollkommen egal, ob Du nebenberuflich selbstständig bist oder dich im Hauptberuf als Unternehmer betätigst.

So individuell wie ein Fingerabdruck: Der USP
So individuell wie ein Fingerabdruck: Der USP

Bitte beantworte diese Frage: Warum sollten Kunden bei dir und nicht bei der Konkurrenz kaufen?

Nimm dir bitte die Zeit, dieser Frage wirklich auf den Grund zu gehen. Hier im Blog auf Unternehmer-Portal haben schon viele schlaue Gastautoren über das Thema geschrieben. Lies dir die Artikel einmal in Ruhe durch und beantworte dann diese eine Frage:

Warum sollte ein potentieller Interessent bei dir und nicht beim Mitbewerber kaufen?

Wenn Du schon dabei bist, dann erstelle ein möglichst realistisches Bild deines Wunschkunden. „Buyer Persona“ nennen das die Marketing-Leute. Das brauchst Du gleich im nächsten Schritt

Schritt 6 – Wie und wo willst Du Kunden finden?

Nachdem du nun weißt, was Du verkaufst, musst Du klären, wie du an neue Kunden kommst: Wie wirst Du neue Kunden finden? Wie machst Du Akquise?

Nur im Notfall: Kaltakquise
Nur im Notfall: Kaltakquise

Falls Du jetzt zuckst, vielleicht noch nie Vertrieb oder Verkaufen geübt hast: Verkaufen können ist eine der drei wichtigsten Eigenschaften eines Unternehmers (neben Strategie und Personal finden).

Die gute Nachricht an dieser Stelle: Du musst keine Kaltakquise machen – da gibt es intelligentere Lösungen. In jedem Fall musst Du aber einen erprobten Weg finden, mit dem du zuverlässig neue Kunden findest – ohne dich permanent darum kümmern zu müssen.

Tipp: Das geht u.a. mit (funktionierendem) Online-Marketing oder auch mit anderen Akquise-Formen.  Falls Du Kunden vor allem über das Internet finden möchtest, dann wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, die zukünftige Homepage für dein Business zu erstellen – oder erstellen zu lassen.

Schritt 7 – Gibt es genügend Kunden für dein Angebot?

Jetzt kommt der Lackmus-Test: Sind genügend potentielle Interessenten interessiert an deinem Angebot. Würde Sie es auch tatsächlich kaufen? Also nicht nur „ja sagen“ sondern auch „ja machen“?

Der Schritt ist gleichermaßen schwierig und wichtig zugleich. Schwierig deshalb, da du jetzt ein konkretes Produkt oder ein Angebot vorweisen muss. In anderen Worten: Du musst liefern können.

Falls Du ein digitales Produkt erstellst, so kommst Du nicht darum herum, dass du das zuerst (fast) fertig machen musst, bevor es andere kaufen können. Das gilt z.B. für Bücher, eBooks oder digitale Kurse.

Wenn Du aber etwa als Dienstleister auftrittst, so musst Du den ersten Auftrag auch durchführen können.

Welchen Preis zahlen deine Kunden?
Welchen Preis zahlen deine Kunden?

Last but not least: Der Preis. Die meisten frischen Selbstständigen steigen erst einmal bei niedrigen Preisen ein. Meiner Erfahrung nach zögern hier viele Gründer und setzen erst einmal einen geringen Preis an. Getreu dem Motto: „Mich kennt ja noch keiner“, wird sozusagen ein Abschlag auf den Branchen-üblichen Preis gemacht.

Mein Tipp: Wenn Du deine Hausaufgaben beim Thema USP / Alleinstellungsmerkmal wirklich gemacht hast, dann findest Du jetzt (!) genügend Gründe für einen soliden Preis, der dich auch fair für deine Aufwände entlohnt.

Schritt 8 – Nebenberuflich selbstständig – Schaffst Du das zeitlich?

Gutes Zeitmanagement ist gefragt
Gutes Zeitmanagement ist gefragt

Teile dir nun nach Absprache mit deinem privaten Umfeld (Familie, Partner, etc) die Zeit ein, die du nun nicht mehr als Freizeit nutzt. Da solltest für dich und deine Freunde und Familie zu einer klaren Abmachung kommen, wann und wieviel Zeit du für deine nebenberufliche Selbstständigkeit nutzt.

Wenn die „anderen“ wissen wann du dich um dein neues Business kümmerst, können sie dich auch entsprechend unterstützen, d.h. dir helfen oder dich (von anderen Aufgaben) entlasten. So kannst Du dann produktiv arbeiten und deine Geschäftsidee auch in kleinen Schritten voran bringen.

Schritt 9 – Sprich mit deinem Arbeitgeber

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, mit deinem heutigen Chef ein offenes Gespräch zu führen. Je nachdem was Du heute im Hauptberuf machst, kann das sehr einfach sein – oder auch etwas komplizierter. Feuchte Hände wirst Du vermutlich haben – das ist ganz normal. Da musst Du eben durch.

Sprich mit deinem Boss
Sprich mit deinem Boss

Der einfache Fall: Dein Nebenjob hat inhaltlich nichts mit deinem aktuellen Haupt-Job zu tun. Dann kann es deinem Arbeitgeber eigentlich egal sein, solange du fit und ausgeruht zur Arbeit erscheinst. (Ich habe das übrigens in etwa so gemacht).

Der etwas schwierigere Fall: Du kommst deinem heutigen Arbeitgeber mit deiner Geschäftsidee inhaltlich in die Quere – du bist also direkt oder indirekt Konkurrenz. Ich empfehle dir hier mit offenen Karten zu spielen. Du brauchst vielleicht etwas mehr gedankliche Vorbereitung für das Gespräch mit deinem Chef.

Ich würde ihm hier aber trotzdem „reinen Wein“ einschenken. Für den Fall, dass Du mit deiner nebenberuflichen Tätigkeit nicht so erfolgreich bist, wie du es dir erhoffst, hättest Du es dir sonst mit deinem Arbeitgeber versaut. Das ist es meist nicht wert. Außerdem sieht man sich immer zig-mal im Leben. Vor allem wenn man in der gleichen Branche tätig ist.

Tipp: Vielleicht ist dein Arbeitgeber gesprächsbereiter, wenn Du deine Arbeitszeit reduzierst? Statt 40 Stunden arbeiten „nur“ drei oder vier Tage die Woche arbeiten.

Schritt 10 – Arbeite täglich an deiner nebenberuflichen Selbstständigkeit

Wenn Du bis hierhin gekommen bist, dann hast Du entweder beschlossen, loszulegen oder hast schon begonnen. Das ist klasse. Ich drücke dir die Daumen.

Was nun wirklich wichtig wird ist gutes Zeitmanagement. Du musst vor allem dich und deine Zeit gut managen. Thomas Mangold hat das schon mal hier im Blog beschrieben.

Mein Tipp: Versuch` am Anfang jeden Tag ein kleines Bisschen an deiner Startup-Idee zu arbeiten. Lieber an 5 Tagen eine Stunde kleine Arbeits-Pakete erledigen als einmal in der Woche 6-8 Stunden. Dadurch machst Du dir eine Gewohnheit daraus und wirst nach einer Weile automatisch wie ein Unternehmer denken.

Mein Fazit zum Thema nebenberufliche Selbstständigkeit:

Es gibt in der Tat noch 1000 Sachen, die du lernen und erledigen musst. Gewerbe anmelden, sich um die Buchhaltung oder die Steuern kümmern. Die Liste ist schier endlos.

Das Ziel Selbstständigkeit klar vor Augen
Das Ziel Selbstständigkeit klar vor Augen

Schau dir einmal das Konzept des „Solopreneurs“ an. Der macht die Kernthemen selbst; alles andere lässt er von Spezialisten oder guten Dienstleistern erledigen.So kommst Du am schnellsten raus aus dem Hamsterrad.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück und noch mehr Erfolg bei deinem Start in die nebenberufliche Selbstständigkeit.

Mit welcher Idee wirst Du starten und dich nebenberuflich selbstständig machen? Was hält dich noch auf? Oder möchtest Du doch weiter im Hamsterrad deines alten Jobs gefangen bleiben?

Schreib`s mir als Kommentar unter diesen Beitrag. Ich freu mich drauf.

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