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Welche Mitarbeiter-Typen du kennen musst und wie du sie erkennst.

von Manuel Heusel

Ich habe in den letzten 25 Jahren zuerst bei der Bundeswehr, später im Studium und anschließend im Beruf in unterschiedlichen Positionen zum Teil als Mitarbeiter und in der Mehrzahl der Zeit als Vorgesetzter oder Unternehmer unterschiedlichste Menschen eingestellt, mit ihnen zusammengearbeitet und sie  bei ihrer Entwicklung begleitet.

Dabei hat sich über die Jahre bei mir eine Art Typisierung von Menschen herauskristallisiert. Diese möchte ich hier beschreiben, da  sie mir mittlerweile hilft für unterschiedliche Aufgaben den passenden Mitarbeiter zu finden bzw. zu identifizieren.

Ich unterscheide in der Firma Menschen tatsächlich ein klein wenig schubladenmäßig. Auch wenn das sicherlich zunächst einmal komisch anmutet, so unterstützt mich dieses Vorgehen dabei den Wald vor lauter Bäumen nicht zu aus dem Blick zu verlieren. Da ist zunächst einmal …

Der Mitarbeiter vom Typ A

Dieser Mitarbeiter ist von innen heraus also intrinsisch  hoch motiviert, er möchte die Welt verändern, ist interessiert an unterschiedlichen Themen und lässt sich leicht für Neues begeistern.

Häufig sind es Menschen, die auch von ihrer Auffassungsgabe her sehr schnell lernen und Neuem aufgeschlossen sind.  Wenn diese Menschen  auch noch die zum Intellekt passende Intelligenz haben, dann hast du  einen Mitarbeiter, der nicht nur selber euphorisch sein kann, sondern auch andere begeistern kann.

So ein Mensch ist häufig kommunikativ und redet auch sehr gerne. Nicht ohne Grund ist der eine oder andere Vertriebler in diese Gruppe zu finden. Solche Menschen können häufig große Mengen an Erfahrungen und Wissen in kurzer Zeit aufnehmen und kommen dann auch mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen gut klar.

Die Menschen vom Typ A eint, dass sie am ehesten verstehen, wenn beispielsweise der   Geschäftsführer oder Unternehmer einer Firma mit einer neuen und sichtlich herausragende Idee auftaucht und sind häufig auch die einzigen, die die Tragweite von langfristigen Veränderungen vollständig einschätzen können.

Mitarbeiter von diesem beschriebenen Typ A sind allerdings auch recht schnell von einem euphorisch angegangen Thema wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen und verlieren schneller als andere Kollegen die Lust daran, ein entsprechendes Projekt auch langfristig voran zu  treiben. Die wechselnden lieber zum nächsten Hype. Ein Graus ist Ihnen in aller Regel, wenn Sie in Ihrem Job sehr viele Routinetätigkeiten bearbeiten müssen. Das fehlt ihnen einfach die Abwechslung.

Die Mitarbeiter vom Typ A wissen in der Regel, was sie wert sind, fordern auch in aller Regelmäßigkeit in Mitarbeitergesprächen nicht nur neue Aufgaben sondern auch meistens eine dazu passende Gehaltserhöhung ein. Sofern man hier gemeinsam mit dem Mitarbeiter wachsen kann bzw. das passende Gehalt zur persönlichen Entwicklung hat, so kann man tatsächlich mit dem Mitarbeiter vom Typ A eine Weile ein echtes Zugpferd im Stall haben.

Meiner Beobachtung nach ist die Gruppe der Menschen vom beschriebenen Typus häufig die kleinste Gruppe innerhalb von Teams oder Abteilungen. Ich habe bisher selten größere Gruppen erlebt, in denen die Typus Art Mitarbeiter mehr als 15 % der Gesamtgruppe ausgemacht haben.

Falls sie dennoch einmal in der Überzahl sind, dann haben wir hier eher so eine Art „Think Tank“ oder an eine verkappte Ausgabe von „wer wird Unternehmer im übermorgen“. Aus der Gruppe des Mitarbeiters vom Typ A hat man als Chef, Unternehmer bzw. Vorgesetzter häufig am ehesten das Potenzial einen Stellvertreter zu finden oder gar einen Menschen zu sehen, der sich später einmal im Leben selbst als Unternehmer betätigen möchte.

An Energie mangelt es diesen Menschen in aller Regel nicht. Ihnen gemein ist, dass sie mehr Ideen haben als der Tag Zeit hat. Möglicherweise warst du, wenn du heute selbstständig arbeitest oder Unternehmer bist auch mal ein Mensch  Typ A , sofern du schon einmal angestellt gearbeitet hast.

Mitarbeiter Typ B

Mitarbeiterin

Mitarbeiterin

Die zweite große Gruppe, die ich Mitarbeiter vom Typ B nenne, ist häufig die größte Gruppe innerhalb von Teams und Organisationsstrukturen. Nicht selten beträgt die nachfolgend beschriebene Mitarbeiter-Gruppe 45-50 % einer Organisation.

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Es sind Mitarbeiter, die häufig große Aufgaben-Pakete übernehmen, nachdem klar ist, dass es sich um eine lohnenswerte, langfristige Aufgabe handelt. Sie sind in der Lage langfristig zu denken, wenn man sie als Führungskraft dabei unterstützt. Sie sind daran interessiert, in Projekten einen wesentlichen Beitrag zu leisten. Sie schätzen es ungemein, wenn man sie im Laufe ihres Berufslebens nach der gewonnenen Erfahrung fragt und sich als Experten in bestimmten Bereichen konsultiert.

Diese Mitarbeitergruppe vom Typ B trägt in den allermeisten Firmen die Hauptlast der tatsächlichen Arbeit. Sie können im Gegensatz zum Mitarbeiter vom Typ A viel besser mit Routinetätigkeiten umgehen und sind aber durchaus auch in der Lage mit einem bestimmten Maß an Stress für eine kurze Zeit umzugehen.

Mitarbeiter vom Typ B sind nach meinen Beobachtungen daran interessiert, ein gutes Stück Sicherheit zu haben. Sie sind häufig in sozialen Strukturen gut verwurzelt, haben ein großes Interesse an Sicherheit sowohl im persönlichen als auch im beruflichen Bereich. Ihnen gemein ist häufig, dass es Ihnen wichtiger ist, ein solides Gehalt zu haben als ein nach oben durch flexible Bestandteile erweiterbares Gehalt, das aber eben nicht sicher auf dem Konto landet.

Mitarbeiter Typ C

 

Überforderter Mitarbeiter

Überforderter Mitarbeiter

Die dritte Gruppe, an Mitarbeitern, die man in allen Unternehmen antrifft ist der Typus C.

Der Mitarbeiter vom Typ C arbeitet nach dem Minimax-Prinzip. D.h. er arbeitet genauso viel um ein Mindestmaß an Qualität zu erfüllen, so dass er eben weder im positiven noch im negativen Sinne auffällt.

Im Arbeitsverhalten kann sich das zum Beispiel so äußern, dass ein Mitarbeiter des Typus C ein Aufgabenpaket erhält, dieses auch erledigt (gerne auch mal  eher schlecht als recht)  und nach Erledigung der Aufgabe aber still sitzen bleibt und wartet, dass sein Vorgesetzter oder Auftraggeber ihn nach dem Ergebnis fragt oder ihm gar eine neue Aufgabe überträgt. Von alleine wird der Typ-C Mitarbeiter in aller Regel nicht nach neuen Aufgaben fragen.

Er ist als Mitarbeiter und Mensch jemand die man mit Routinetätigkeiten auslasten sollte. Sofern er immer wiederkehrende und gut geschriebene Aufgabenpakete erhält, so ist dieser Typ Mensch in aller Regel auf lange Frist in der Lage durchschnittliche Arbeitsergebnisse zu erzielen.

Von sich heraus wird ein Mensch vom Typus C in aller Regel nicht selbst aktiv.

Die Mitarbeiter vom Typ C muss man daher als Chef bzw. Vorgesetzter auch in aller Regel in kurzen Abständen kontrollieren und leider immer wieder erläutern, dass möglicherweise die Qualitäts-Messlatte etwas höher liegt als er denkt.

Die Mitarbeiter vom Typ C ist meiner Beobachtung nach eher ein Mit-Läufer. Das betrifft sowohl den sozialen Bereich als auch mögliche Veränderungen, die man in Teams und Gruppen anstoßen möchte. So jemanden davon zu überzeugen, dass man  gemeinsam im Team nun eine andere Richtung verfolgt oder einen kompletten Richtungswechsel vollführen möchte, ist ein langwieriges Unterfangen. Mit Mitarbeitern vom Typ C muss man tatsächlich die Kurve in sehr kleinen Schritten gehen.

Aus Sicht von Führungskräften ist der Mitarbeiter vom Typ C derjenige, der mit der kürzesten Leine geführt werden muss. Sofern ausreichende Routinetätigkeiten in Jobs da sind, so ist der Mitarbeiter vom Typus C aber durchaus in der Lage die Mitarbeiter vom Typ B dahingehend zu entlasten, dass eben die interessanten Jobs vom Mitarbeiter vom Typ B  tatsächlich gemacht werden können. Wobei Mitarbeiter vom Typ C häufig dazu neigen, nicht wirklich über den Tellerrand hinauszuschauen und dabei im eigenen Saft zu schmoren.

Meiner Meinung nach scheuen Mitarbeiter vom Typ C noch mehr als  Mitarbeiter vom Typ B das Risiko. Schließlich arbeiten sie eben nach dem erwähnten Minimax Prinzip. Da wäre es ja fatal, wenn man das bisschen Zeit, was man investiert hat am Ende noch doppelt aufbringen müsste, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der reinen Mathematik wegen ist die Gruppe der Typ C Mitarbeiter ungefähr bei einem Drittel oder etwas mehr, also bei 35 – 40 %.

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Am Rande sei noch erwähnt, daß sich die Mitarbeiter selbst meist nicht als Typ C sehen oder so beschreiben würden. Eher als Typ B – sozusagen eine Klassenstufe darüber.

Wie sehen die Chefs ihre Mitarbeiter?

MItarbeiter Cubicle

MItarbeiter Cubicle

Aus Sicht von Personalentscheidern bzw. Unternehmern möchte man natürlich am liebsten den Mitarbeiter vom Typ C vermeiden und eigentlich gar nicht erst einstellen.

Interessanterweise sind eben jene Mitarbeiter durchaus in der Lage zum Beispiel im Bewerbungsgespräch oder in einer Probezeit zu einem Mitarbeiter vom Typ B zu mutieren. Leider verschwindet der kurzfristige Elan dann aber nach dem Erreichen der Sicherheitszone wieder und der tatsächliche Mitarbeitercharakter offenbart sich erst später – manchmal zu spät.

Da ist es häufig für Führungskräfte zu spät (zumindest in Deutschland) die Notbremse zu ziehen und sich zu trennen. Hier brauchst also auch letztlich jeder Unternehmer Strategien, wie den eben skizzierten Mitarbeiter vom Typ C und seine Kollegen sinnvoll in die betrieblichen Abläufe einbinden kann, so dass der Mitarbeiter seinen Beitrag auch bringen kann.

Übrigens: ich habe mir zur Gewohnheit gemacht beim Thema Einstellung und Probezeit entsprechende Gehaltserhöhungen die Mitarbeiter vom Typ C natürlich gerne haben möchte immer anders Erreichen von bestimmten Ergebnissen oder Zielen zu koppeln. Leider habe ich persönlich die Erfahrung gemacht dass es mit der intrinsichen Motivation von Mitarbeitern des Typus C leider nicht weit her ist. Diese Mitarbeiter braucht tatsächlich die sprichwörtliche Möhre vor der Nase, damit er sich in Bewegung setzt.

Fazit oder was lernen wir daraus

Damit Teams gut funktionieren, brauchen Gruppen einen soliden Mittelbau mit Kollegen vom Typ B. Nichtsdestotrotz ist es für Unternehmer wichtig, dass wir je nach Geschäftsmodell uns vorher überlegen, welche Mitarbeiter Typen es gibt und in welcher Menge und Qualität ich sie brauche. Auch wenn diese Betrachtung hier ein klein wenig klassifizieren und arg rational klingen mag: Ich fand sie in den letzten 10-12 Jahren für mich durchaus sinnvoll um bei Einstellungsgesprächen entsprechend passend  reagieren zu können und entsprechende offene Jobs dann auch aktiv und progressiv mit dem passenden Mitarbeitertypus zu besetzen.

So ist es aus meiner Sicht offensichtlich, dass im Vertrieb hauptsächlich Menschen mit dem Typus A oder B arbeiten sollten. Der Typ-A- Mitarbeiter im Vertrieb ist meiner Meinung nach eher ein Hunter während ein Typ-B Mitarbeiter im Vertrieb eher ein Kundenbetreuer – also ein Farmer – ist.

Ebenso sollte man sich als Chef eines Unternehmens klarmachen, dass man den Typ- C Mitarbeiter auf lange Frist nie ganz vermeiden wird. In aller Regel wird man nicht aktiv versuchen einen Typus C Mitarbeiter einzustellen. Dennoch wird man im Laufe des Unternehmer Lebens nicht umhin kommen zu erleben, dass ein Mitarbeiter vom Typ B in die Kategorie C rutscht und aus dieser Kategorie C aus welchen Gründen auch immer gar nicht mehr heraus möchte. Solange du in deinem Unternehmen aber ausreichend viele Mitarbeiter vom Typ A beschäftigt hast und diese auch halten kannst, so wird es die auf Dauer auch gelingen, genügend Mitstreiter zu haben, die dein Unternehmen gemeinsam mit dir voranbringen und weiter entwickeln können.

Übrigens: Die von mir vorgeschlagene Klassifizierungen Einordnung von Mitarbeitern Beziehungen sind Menschen ist natürlich nicht nur schwarz-weiß zu sehen.

Im echten Leben kann es durchaus so sein, dass ein Mitarbeiter bei einem bestimmten Thema in seinem Beruf vom Typ B ist aber bei einem für ihn unattraktiven anderen thematischen Schwerpunkt sich verhält den Mitarbeiter vom Typ C. Genauso habe ich erlebt, dass Menschen bei bestimmten Aufgaben die Sie unglaublich angesprochen haben, regelrecht aufgeblüht sind und man als Vorgesetzter positive Überraschungen erlebt hat.

Wie siehst du die Einteilung der Mitarbeiter und Kollegen in die beschriebene Kategorien bzw. Typisierung? Denkst Du  ähnlich oder hast du eine andere Art und Weise wie du Menschen vor allem im Bewerbungsgespräch schnell einschätzen kannst? Ich freue mich auf deine Kommentare.

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2 Kommentare

Matthias 29. März 2015 - 12:45

… ja in der Tat. es hat keine 12 Stunden gedauert, bis der erste gefragt hat, ob er A, B oder C ist. Kein Kommentar 😉
Wir sind natürlich alle mindestens B wenn nicht sogar A – oder ? Außer heute – da bin ich mal C in Sachen Haushalt. Bis morgen dann…

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Michael Hollmann 31. März 2015 - 08:57

Ich kann die Einteilung in diese drei Kategorieren absolut unterschreiben. Einen ähnlichen Artikel habe ich vor einiger Zeit auch einmal verfasst. In meinem Unternehmen habe ich mittlerweile einen Einstellungsprozess, der sicher C-Mitarbeiter vermeidet. Weiterhin haben wir ein Beurteilungssystem geschaffen, in dem den Mitarbeitern klar zurück gemeldet wird, ob sie A, B oder C sind.

Von C-Mitarbeitern trenne ich mich mittlerweile zügig. Mein größter Fehler war früher, dass ich der Meinung war, dass diese Personen schon motiviert und ausgebildet werden können. Die Persönlichkeit lässt sich aber nicht “einfach so” verändern. Daher ist der Einstellungsprozess extrem wichtig!

Mathias, hier meine Gedanken zu dem Thema:

http://mh-unternehmerberater.com/2014/08/abc-mitarbeiter-was-unternehmer-von-steve-jobs-und-jack-welch-lernen-koennen/

Freue mich schon auf eine kontroverse Diskussion zu dem Thema.

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