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Virale Videos für Branchen mit Werbeeinschränkungen oder Werbeverbot

von Manuel Heusel

Im Laufe der vergangenen Woche habe ich ein Video entdeckt, daß eine spannende Frage aufwirft: Wie macht man in Branchen auf sich aufmerksam, die von der Mainstream-Werbewelt faktisch ausgeschlossen sind. Denken Sie einfach einmal an den Marlboro-Mann. Wann haben Sie den zuletzt gesehen. Vermutlich im Kino. Woanders dürfen die Tabakhersteller aufgrund von gesetzlichen Einschränkungen gar nicht mehr werben.

Wie wirbt man effektiv für Erotik?

Genau so geht es der Erotik-Branche (… oder „erwachsenen-Unterhaltung“ / adult Entertainment). Großflächige Anzeigen schalten ist nicht gestattet oder nicht praktikabel. Im Zweifel lehnt die Werbeplattform die Anzeige mit Blick auf die anderen Werbekunden einfach ab. So können Sie zwar bei Google-Adwords zum Thema „Sex Shop“ noch Werbung schalten. Bei Werbung für echte Pornografie verstehen die Plattformbetreiber aber meist keinen Spaß mehr.
Was also tun: Die spanische Agentur Vimema hat im Auftrag einer Erotik-Messe im Jahr 2013 mehrere virale Spots gedreht, die durch die intelligente Verpackung des Themas Erotik auf den viralen Video-Plattformen schnell eine große Verbreitung fanden (eines der Videos bekam ca 4 Mio Klicks – für eine regionale Messe finde ich das sehr beachtlich)
Was hat die Agentur Vimema also gemacht?

Virale Videos als Ersatz für klassische Werbung

Zwei der Videos nutzen die Erwartungshaltung unseres Gehirns voll aus: Wir sehen nette, sympathische Menschen, die sich  – etwas überraschend – nicht so verhalten wie wir das erwarten. Das Ergebnis: Man schaut am Ende genauer hin … und hat die Aufmerksamkeit für besagte Messe. Gotcha.

Jetzt wird`s ernst

Das dritte und sicherlich interessanteste Video stellt in etwa die Idee von „First Kiss“ nach, wo ursprünglich völlig fremde Menschen aufeinander los gelassen wurden – um sich zu küssen.

TOUCH ME from Vimema on Vimeo.

Im oben gezeigten dritten Video fordern Porno-Stars „normale Menschen“ auf, sie anzufassen. Die Dialoge und Szenen, die sich daraus ergeben, sind nicht nur optisch interessant zu betrachten – auch wenn natürlich alles jugendfrei bleibt und ohne nackte Haut auskommt. Auch der psychologische Aspekt kommt nicht zu kurz: Was macht ein Mensch wie Sie und ich, wenn ihn ein (bekleideter) Porno-Star auffordert ihn bzw. sie zu berühren. Würden Sie es tun? Sicher eine Versuchung.
Übrigens: Für Youtube war das Video mit der Aufforderung „Touch me“ dann wohl doch zu viel. Es wurde mit Hinweis auf die Unternehmensrichtlinien zur Nacktheit entfernt. Dafür gibt es die Spots nach wie vor auf Vimeo zu sehen. Schönen Dank dafür.
Viel Spaß beim Anschauen.

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Warum sind Marken für Unternehmen so wichtig?

Ach ja: Was machen nun alle “normalen Unternehmen” mit dieser Erkenntnis?
Die ach-so-normalen meiden die viralen Methoden weiterhin. Die cleveren Unternehmen – ohne Werbeverbot – nutzen die viralen Medien um bei neuen und jungen Zielgruppen auf sich aufmerksam zu machen. Siehe Edeka-Spot.

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