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Heute begrüßen wir im  Gründer-Unternehmer-Interview…

Bitte stellen Sie sich selbst zunächst einmal kurz vor:

Mein Name ist Michael Bleicher, ich bin Geschäftsführer der bb-net media GmbH in Schweinfurt. Gegründet habe ich die bb-net bereits mit 14 Jahren und kann mit Stolz behaupten, dass wir uns von einer Garagen-Firma zu einem mittlerweile 50-Mann starken Team mit eigenen Produktions- und Lagerhallen entwickelt haben.

Bitte beschreiben Sie Ihr Unternehmen. Seit wann gibt es die bb-net media GmbH und was ist Ihr Kerngeschäft?
Die bb-net media GmbH gibt es seit nunmehr 20 Jahren. Lange Zeit haben wir mit gebrauchter Ware und Sonderposten gehandelt und waren viel im Export tätig. Im Jahr 2011 haben wir uns dann komplett neu aufgestellt und den Fokus auf die professionelle Wiederaufbereitung gebrauchter Hardware gelegt. Wir haben eine eigene Marke geschaffen und fördern damit aktiv den Verkauf von Geräten im zweiten Lebenszyklus.

Worin unterscheidet sich Ihr Unternehmen von Ihren Mitbewerbern?

Michael Bleicher
Michael Bleicher

Als einer von nur 90 Microsoft Authorized Refurbishern (kurz MAR) legen wir großen Wert auf Qualität. Wir bereiten ausschließlich Business-Linien namhafter Hersteller, wie Lenovo, Dell, Fujitsu, HP oder Apple auf. 12 Monate Gewährleistung und optimierte Produktionsprozesse geben uns die Möglichkeit zu handeln wie ein Hersteller. Um unsere Kunden bestmöglich bedienen zu können, haben wir unser Sortiment als Distributor mit ausgewähltem Neuwaren-Zubehör erweitert. Mein Team und ich arbeiten täglich daran, das Unternehmen in allen Bereichen innovativ und zielführend voran zu bringen.

Was haben Sie vor Ihrer heutigen Rolle in Ihrem jetzigen Unternehmen beruflich gemacht?
Da ich das Unternehmen bereits mit 14 Jahren als Schüler gegründet habe, bin ich schon seit jeher Geschäftsführer der bb-net media GmbH.

Welche „formale“ Ausbildung haben sie absolviert?
Als Jungunternehmer habe ich mich damals gegen ein Studium und für eine Ausbildung nach meinem Fachabitur zum Groß- und Außenhandelskaufmann im eigenen Unternehmen entschieden. Es war damals eine witzige Situation mich von einer eigenen Mitarbeiterin ausbilden zu lassen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen selbst aus?
Einen typischen Arbeitstag gibt es im Grunde nicht. Natürlich komme ich wie jeder anderer meiner Mitarbeiter morgens auf Arbeit, sofern ich mich nicht, wie so oft, auf der Straße zu Geschäftspartnern befinde. Es fallen jeden Tag neue Aufgaben an, die bewältigt werden müssen. Neue Ideen, neue Projekte und auch neue Herausforderungen beschäftigen mich täglich.

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Welche Aufgaben übernehmen Sie (und welche nicht). Welche Rolle nehmen Sie heute in Ihrem Unternehmen hauptsächlich wahr. Mit welchen Themen müssen Sie sich tagtäglich hauptsächlich beschäftigen?
Meine Hauptaufgabe besteht in der Leitung des Unternehmens. Dazu gehören auch der Einkauf und Personalentscheidungen. Um das Unternehmen immer weiter voran zu bringen, bin ich maßgeblich an der Prozess- und Softwareentwicklung und am Marketing beteiligt. In sämtlichen Abteilungen habe ich, für mich, die besten Teamleiter gefunden. Sie denken und handeln wie Unternehmer.

Was war der Grund bzw. Ihre Motivation für Sie persönlich, sich unternehmerisch zu betätigen bzw. Ihr Unternehmen zu gründen?
Mein Vater hatte damals einen Radio- und Fernsehhandel, bei dem ich schon sehr früh meine Affinität zur Arbeit mit Elektro-Geräten und dem Handel mit denselben entdeckt habe. Als mich immer mehr Bekannte und Kleinstunternehmen baten PCs zu reparieren und zu warten, war der Schritt in die Selbstständigkeit nicht mehr weit.

Welche Pläne haben Sie für Ihr Unternehmen für die nächsten 1, 3 bzw. 5 Jahre?
Wir möchten unsere Position mit „tecXL – Technik wie neu“ am Markt festigen und unser Fachhandelsnetzwerk noch weiter und differenzierter ausbauen. Kurzfristig bedeutet dies viel Aufklärungsarbeit, Vergrößerung der Produktions- und Lagerhallen und Aufstockung des Personals. Langfristig wollen wir zu einem europaweit agierenden vollumfänglichen Life Cycle Anbieter und Spezialdistributor entwickeln.

PCs werden bei BB-Net aufbereitet
PCs werden bei BB-Net aufbereitet

Wenn Sie an Ihre eigene bisherige Ausbildung und Karriere zurück denken: Was hat Ihnen dabei bisher am meisten bei der Gründung geholfen?
Dass ich ein zielstrebiger Mensch bin und wenn ich mir was vornehme, daran festhalte und es auch umsetze.
Aus negativen Erfahrungen ziehe ich grundsätzlich etwas Positives und nehme Kritik an. So kann man als Person und Unternehmen nur noch besser werden.

Gibt es Dinge, die Sie bewusst ablegen mussten, um beruflich erfolgreich zu sein?
Das Berufliche vom Privaten zu trennen.
Diese zwei „Welten“ existieren zwar parallel aber unterliegen nicht den gleichen Gesetzen.

Nichts ist beständig.
Eine Warte- und Ausruhposition gibt es nicht. Marktveränderungen und der eigene Antrieb versetzen ein Unternehmen in einen ständigen Veränderungsprozess – vergleichbar mit einem lebenden Organismus.

Unternehmerisches Glück ist eine Fabel.
Erfolg und ein nachhaltiges Wachstum fallen nicht vom Himmel und man sollte auch nicht darauf hoffen. Die Grundlage ist systematisch fokussiertes Vorgehen mit viel harter Vorarbeit.

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Aus welchem Misserfolg haben Sie bisher am meisten gelernt und warum?
Misserfolge gehören zum unternehmerischen Alltag. Jede Niederlage muss als Chance gesehen werden es besser zu machen – oder man erkennt, dass dieser Weg der Falsche war.

Haben Sie Vorbilder als Unternehmer? Welche Personen haben Sie beeindruckt und beeinflusst als Unternehmer?
Mein Vater.
Er animierte mich durch seine Selbständigkeit, mein Unternehmen in jungen Jahren zu gründen.

Mein Unternehmensberater.
Ich blicke hier auf eine mehr als 10-jährige Zusammenarbeit zurück. Viele Höhen und Tiefen mit Gefechten die geschlagen werden mussten. So entwickelte sich aus einem Berater ein echter Mentor und mittlerweile auch ein guter Freund.

Meine Mitbewerber.
Ohne den gesunden Wettbewerb würden wir nicht so dynamisch und erfolgreich sein. Wir haben durch die Marktbegleiter einen stetigen Ansporn noch besser zu sein.

Welche 3 Tipps würden Sie aus Ihrer heutigen Sicht einem Unternehmensgründer mit auf den Weg geben?
Brennen.
Das was man unternehmen möchte muss man lieben, leben und sozusagen leidenschaftlich dafür brennen.

Realistisch visionär sein.
In der Gründung und Wachstumsphase darf man die Bodenhaftung nicht verlieren. Man darf sich nicht kleiner machen als man ist. Ständig versuchen die nächste Treppe auf dem Weg zu einem Etappenziel zu erreichen. Visionen soll und muss man haben – sofern sie einer Strategie unterliegen.

Negative Erfahrungen sind wichtig.
Hätte ich nicht schon einige Tiefschläge in meiner Unternehmensgeschichte erlebt wären wir nicht dort wo wir heute sind.
Abschließend möchte ich allen Gründern mit auf den Weg geben, dass jeder Gipfel nur mit der nötigen Vorbereitung, guter Ausdauer, ausreichend Reserven und kurzweiligen Pausen erreicht werden kann. Bei schlechtem Wetter kann und darf das auch einen Abstieg bedeuten – um umsichtig und mit neuer Energie den nächsten Versuch zu starten.

Vielen Dank für Ihre Zeit und das Interview

Michael Bleicher ist Gründer und Geschäftsführer der bb-net media Gmbh in Schweinfurt. In dem von ihm gegründeten Unternehmen bereitet er mit einem Team von 50 Mitarbeiter gebrauchte IT-Hardware auf ein zweites Leben vor.